
Der Herbst verspricht in diesem Jahr vieles, was uns bekannt vorkommt. Mäntel werden wieder länger und voluminöser, Schultern breiter, Materialien opulenter und Farben tiefer. Karos, Leder, Kunstfell, Spitze und Animal Prints gehören nicht zum ersten Mal zu den großen Themen der kalten Jahreszeit. Und doch fühlt sich die Mode für Herbst/Winter 2026/27 an einigen Stellen anders an.
Vielleicht liegt es daran, dass Mode immer auch ein Spiegel ihrer Zeit ist. Während die Welt um uns herum zunehmend unübersichtlich wirkt, Krisen und politische Spannungen näher rücken und ein Gefühl von Unsicherheit und Weltschmerz längst nicht mehr nur in den Nachrichten stattfindet, scheint sich auch die Mode nach etwas Vertrautem zu sehnen.
Die neuen Kollektionen umhüllen den Körper. Sie schaffen Volumen, schützen, verhüllen und geben der Silhouette teilweise geradezu etwas Architektonisches. Lange Mäntel reichen bis weit über die Knie, voluminöses Kunstfell wird zum schützenden Kokon, breite Schultern verleihen Stärke und selbst klassische Muster wie Karo oder traditionelle Materialien bekommen wieder eine größere Bedeutung. Es ist Mode, die nicht unbedingt leiser wird – aber an vielen Stellen eine Art Rüstung bildet. Gleichzeitig wäre es zu einfach, die Saison ausschließlich als Ausdruck von Rückzug und Unsicherheit zu lesen. Denn zwischen den schweren Mänteln, gedeckten Farben und schützenden Silhouetten finden sich ebenso viel Sinnlichkeit, Glamour und Lust an Inszenierung. Transparente Spitze trifft auf strenge Tailoring-Silhouetten, opulente Materialien auf reduzierte Formen und vertraute Klassiker werden so interpretiert, dass sie plötzlich wieder überraschend modern wirken.
Vielleicht ist genau dieses Spannungsfeld das Interessanteste an der neuen Saison: Wir suchen nach Schutz und wollen uns gleichzeitig ausdrücken. Wir greifen nach Vertrautem und möchten es trotzdem neu erleben. Wir verhüllen den Körper – und betonen ihn im nächsten Moment umso stärker. Die Laufstege für Herbst/Winter 2026/27 erzählen deshalb nicht nur von einzelnen Trendteilen. Sie erzählen von Silhouetten, Materialien und Stilrichtungen, die erstaunlich viel über die Stimmung dieser Saison verraten.
Vielleicht liegt es daran, dass Mode immer auch ein Spiegel ihrer Zeit ist. Während die Welt um uns herum zunehmend unübersichtlich wirkt, Krisen und politische Spannungen näher rücken und ein Gefühl von Unsicherheit und Weltschmerz längst nicht mehr nur in den Nachrichten stattfindet, scheint sich auch die Mode nach etwas Vertrautem zu sehnen.
Die neuen Kollektionen umhüllen den Körper. Sie schaffen Volumen, schützen, verhüllen und geben der Silhouette teilweise geradezu etwas Architektonisches. Lange Mäntel reichen bis weit über die Knie, voluminöses Kunstfell wird zum schützenden Kokon, breite Schultern verleihen Stärke und selbst klassische Muster wie Karo oder traditionelle Materialien bekommen wieder eine größere Bedeutung. Es ist Mode, die nicht unbedingt leiser wird – aber an vielen Stellen eine Art Rüstung bildet. Gleichzeitig wäre es zu einfach, die Saison ausschließlich als Ausdruck von Rückzug und Unsicherheit zu lesen. Denn zwischen den schweren Mänteln, gedeckten Farben und schützenden Silhouetten finden sich ebenso viel Sinnlichkeit, Glamour und Lust an Inszenierung. Transparente Spitze trifft auf strenge Tailoring-Silhouetten, opulente Materialien auf reduzierte Formen und vertraute Klassiker werden so interpretiert, dass sie plötzlich wieder überraschend modern wirken.
Vielleicht ist genau dieses Spannungsfeld das Interessanteste an der neuen Saison: Wir suchen nach Schutz und wollen uns gleichzeitig ausdrücken. Wir greifen nach Vertrautem und möchten es trotzdem neu erleben. Wir verhüllen den Körper – und betonen ihn im nächsten Moment umso stärker. Die Laufstege für Herbst/Winter 2026/27 erzählen deshalb nicht nur von einzelnen Trendteilen. Sie erzählen von Silhouetten, Materialien und Stilrichtungen, die erstaunlich viel über die Stimmung dieser Saison verraten.
1 | XXL MÄNTEL

In dieser Saison gehören lange XXL-Mäntel zu den großen Trends für Herbst/Winter 2026/27. Von klassischen, geraden Schnittformen bis hin zu deutlich überschnittenen und voluminösen Oversized-Silhouetten findet sich auf den Laufstegen eine große Bandbreite an Formen. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Der Mantel darf in dieser Saison Raum einnehmen. Dabei experimentieren die Designer nicht nur mit den Proportionen, sondern auch mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen. Klassische Wollmäntel treffen auf glänzendes Leder und Lack, während voluminöses Fake Fur für eine besonders opulente und luxuriöse Wirkung sorgt. So reicht die Bandbreite von zeitlosen, beinahe minimalistischen Mänteln bis hin zu auffälligen Statement-Pieces, die einen gesamten Look bestimmen können. Besonders interessant ist dabei das Spiel mit der Silhouette. Die langen, großzügigen Formen umhüllen den Körper und verleihen dem Outfit eine beinahe architektonische Wirkung. Während gerade geschnittene Mäntel eher an klassische Eleganz anknüpfen, sorgen stark oversized geschnittene Modelle für eine moderne, selbstbewusste Note. Der XXL-Mantel ist damit weit mehr als nur ein funktionales Kleidungsstück für kalte Tage. Er wird zum zentralen Element des Looks – und verbindet Schutz, Komfort und eine starke Silhouette miteinander.
2 | ANIMAL PRINT

3 | FAKE FUR

Passend zum Einwickeln und Einkuscheln kommen in dieser Saison auch ein paar „Russian Vibes“ auf uns zu. Fake Fur ist ein großes, zentrales Thema für Herbst/Winter 2026/27 und beschränkt sich dabei längst nicht mehr nur auf voluminöse Jacken und Mäntel. Auch als Stola, Schal oder auffälliger Kragenbesatz taucht das flauschige Material auf und verleiht selbst schlichten Looks sofort eine Portion Glamour und Opulenz. Besonders spannend ist dabei, wie unterschiedlich Fake Fur eingesetzt werden kann: Vom komplett in Fell gehüllten Statement-Mantel bis zum kleinen, luxuriös wirkenden Detail, das einem klassischen Outfit eine völlig neue Wirkung gibt. Die Designer spielen dabei mit unterschiedlichen Längen, Volumen und Texturen. Mal wirkt das Fell bewusst dramatisch und extravagant, mal überraschend elegant und zurückhaltend. Gerade diese Vielseitigkeit macht Fake Fur zu einem der spannendsten Materialien der Saison. Gesehen unter anderem bei Dior, Blumarine, Zimmermann und Saint Laurent – und damit dürfte klar sein: In diesem Herbst darf es ruhig ein bisschen mehr sein. Mehr Volumen, mehr Kuschelfaktor und vor allem mehr Glamour.
4 | SPITZE

5 | BURGUNDY

Dieser Herbst wird von einer besonders tiefen und sinnlichen Farbpalette geprägt. Von dunklem Rot über Burgundy und Weinrot bis hin zu intensiven Beerentönen ziehen sich die Nuancen durch zahlreiche Kollektionen und setzen einen deutlichen Farbakzent in der Herbst-/Wintersaison 2026/27.
Burgundy wirkt dabei gleichzeitig elegant, warm und ein wenig geheimnisvoll. Die Farbe bringt genau die Tiefe mit, die wir uns im Herbst oft wünschen, ohne dabei so streng zu wirken wie klassisches Schwarz. Besonders schön entfaltet sie ihre Wirkung in luxuriösen Materialien wie Leder, Samt, Wolle oder Spitze – und fügt sich damit perfekt in die opulentere Stimmung der Saison ein. Doch die Farbpalette endet nicht bei Rot. Auch Aubergine ist in zahlreichen Kollektionen zu sehen und erweitert das herbstliche Farbspektrum um einen kühlen, dunklen Violettton. Zusammen mit Weinrot, Beere und tiefem Burgunder entsteht eine Farbwelt, die wunderbar miteinander harmoniert und gleichzeitig genügend Spielraum für unterschiedliche Looks lässt. Ob als monochromer Look, einzelnes Statement-Piece oder kombiniert mit neutralen Tönen: Burgundy und seine dunklen Verwandten machen Lust darauf, im Herbst wieder etwas tiefer in den Farbtopf zu greifen.
6 | KARO

Welches Muster passt eigentlich so perfekt in die Herbstsaison wie das Karo-Muster? Kaum ein anderes Design vermittelt so unmittelbar das Gefühl von kühlen Tagen, dicken Mänteln und gemütlicher Herbstgarderobe. Und auch in der Saison Herbst/Winter 2026/27 gehört Karo wieder zu den großen Musterthemen. Dabei ist die Auswahl erstaunlich vielseitig, denn Karo kann ganz unterschiedliche Stimmungen transportieren. Das klassische schottische Tartan gehört dabei zu den auffälligeren Varianten. Die meist kräftigen Linien und ineinandergreifenden Farbfelder erinnern an traditionelle schottische Stoffe und bringen eine leicht rebellische, fast punkige Note in den Look. Besonders auf Mänteln, Röcken oder Jacken wirkt Tartan präsent und selbstbewusst – und verleiht selbst klassischen Schnitten etwas mehr Charakter. Etwas zurückhaltender, aber mindestens genauso herbstlich zeigt sich das klassische Bauernkaro. Das einfache, regelmäßig angelegte Muster wirkt bodenständig, unkompliziert und erinnert an traditionelle Country- und Workwear. Gerade diese ursprüngliche Ästhetik macht es so charmant. In Kombination mit groben Wollstoffen, Tweed oder lässigen Schnitten entsteht ein Look, der gemütlich wirkt, ohne altmodisch zu erscheinen. Deutlich eleganter präsentiert sich dagegen der Prince of Wales Check. Das feine, meist eher zurückhaltende Karomuster ist eng mit klassischer britischer Schneiderkunst verbunden und bringt eine gewisse Noblesse in die Herbstgarderobe. Auf Blazern, Anzügen und Mänteln wirkt es sophisticated und zeitlos, kann durch Oversized-Schnitte oder moderne Kombinationen aber ebenso überraschend lässig interpretiert werden. Und genau diese Vielseitigkeit macht Karo in dieser Saison so interessant. Vom traditionellen Tartan über das rustikale Bauernkaro bis hin zum eleganten Prince of Wales Check ist für jede Stilrichtung etwas dabei. Die Designer greifen damit auf vertraute Muster zurück, geben ihnen durch neue Silhouetten und Kombinationen aber eine moderne Richtung.
7 | PEPLUM 2.0

Wir kennen doch alle noch die Schößchen-Tops aus den 2010er-Jahren, oder? Das kleine, ausgestellte Stück Stoff rund um die Taille feiert in dieser Saison sein Comeback – allerdings in einer deutlich moderneren Version. Das Schößchen, englisch Peplum, bekommt für Herbst/Winter 2026/27 ein regelrechtes Makeover und zeigt, wie erwachsen ein eigentlich so verspieltes Detail heute aussehen kann. Mal wird die Form stärker aufgebauscht und beinahe skulptural wie bei McQueen, mal sitzt das Schößchen deutlich dezenter an Jäckchen und Blazern, wie unter anderem bei Dior und Givenchy zu sehen war. Dabei geht es weniger darum, die Taille möglichst feminin zu betonen, sondern vielmehr darum, die Silhouette neu zu definieren. Wer jetzt allerdings an süße Babydoll-Kleider und verspielte Looks denkt, ist noch auf der falschen Fährte. Das Peplum 2.0 hat mit der niedlichen Variante aus den 2010er-Jahren erstaunlich wenig gemeinsam. Die neuen Schößchen wirken clean, reduziert und erwachsen. Klare Linien und präzise Schnitte treffen auf die ausgestellte Form und verleihen den Looks beinahe etwas Architektonisches. Besonders spannend wird der Trend durch die Verbindung mit klassischem Tailoring. Ein schlichter Blazer bekommt durch ein strukturiertes Schößchen eine völlig neue Silhouette, während eine taillierte Jacke plötzlich fast wie ein skulpturales Kleidungsstück wirkt. Das Schößchen wird damit nicht zum verspielten Detail, sondern zum konstruktiven Element des Designs. Und genau darin liegt der Unterschied zum Peplum, das wir aus den 2010ern kennen: Es geht nicht um Rüschen oder Niedlichkeit, sondern um Form, Proportion und eine bewusst gestaltete Silhouette. Das Comeback des Schößchens ist deshalb weniger Retro als vielmehr eine ziemlich moderne Angelegenheit.
8 | XXL SCHULTERN

9 | ROCKANZÜGE
Rockanzüge sind neben den klassischen Hosenanzügen mindestens genauso häufig auf den Runways für die neue Saison zu sehen gewesen – was eigentlich nur bedeuten kann: Wir werden sie bald überall sehen. Das klassische Kostüm feiert sein Comeback, allerdings alles andere als bieder. Denn ganz so spießig wie in den 1950er-Jahren geht es diesmal nicht zu. Statt einer festgelegten Silhouette ist vor allem Vielfalt bei den Proportionen angesagt. Die Rocklängen variieren extrem: Von kurzen Minis bis hin zu wadenlangen oder sogar bodenlangen Varianten ist alles dabei. Auch bei den Blazern gibt es kaum Grenzen.Mal treffen oversized geschnittene Jackets auf kurze Röcke, mal wird der Blazer eng, tailliert und überraschend kurz getragen. An anderer Stelle sorgen stark ausgeprägte Schulterpartien für eine kraftvolle, beinahe architektonische Silhouette. Dadurch bekommt der Rockanzug immer wieder eine völlig andere Wirkung – elegant und klassisch, sexy und modern oder bewusst streng. Besonders spannend ist dabei, dass Rock und Blazer nicht mehr zwingend wie ein perfekt aufeinander abgestimmtes Set wirken müssen. Unterschiedliche Längen, Volumen und Proportionen brechen die klassische Kostüm-Ästhetik auf und machen den Look zeitgemäßer. Der Rockanzug verabschiedet sich damit endgültig von seinem angestaubten Büro-Image. Das Kostüm ist zurück – aber diesmal mit deutlich mehr Persönlichkeit, Sexyness und Fashion-Attitude.10 | ALLTIME KLASSIKER: JEANS
Jeans sind eigentlich kein Trend. Sie sind längst Teil unserer Alltagsgarderobe. Kaum ein anderes Kleidungsstück ist in der normalen Modewelt so selbstverständlich und gleichzeitig so vielseitig verfügbar. Von H&M, Zara, Bershka und Stradivarius bis hin zu Designerlabels – Denim begegnet uns überall. Und ganz ehrlich: Ich liebe es. Umso spannender ist der Blick auf die Laufstege für Herbst/Winter 2026/27. Denn dort hält sich Jeans bislang erstaunlich zurück. Im Vergleich zu anderen großen Themen der Saison taucht Denim nur vereinzelt auf. Und trotzdem lässt sich aus den wenigen Looks bereits eine interessante Richtung ablesen: Jeans darf wieder mehr sein als einfach nur Jeans. Vor allem zwei Varianten stechen dabei hervor. Zum einen zeigt sich Denim im Distressed Look – bewusst abgetragen, mit ausgefransten Stellen, Rissen und einer gewissen Nonchalance. Zum anderen wird Jeans deutlich opulenter: aufwendig verziert, dekoriert und teilweise beinahe luxuriös inszeniert. Stickereien, Applikationen und besondere Details holen das Material aus seiner klassischen Casual-Ecke und geben ihm eine völlig neue Wirkung. Genau diese Gegensätze machen das Thema so interessant. Auf der einen Seite steht die Jeans als unkompliziertes Alltagsstück, das wir wahrscheinlich alle schon hundertfach im Kleiderschrank haben. Auf der anderen Seite wird genau dieses vertraute Material plötzlich zum Statement-Piece. Nicht unbedingt durch einen außergewöhnlichen Schnitt, sondern durch die Art, wie Denim behandelt, verziert und in Szene gesetzt wird. Und während die Laufstege noch vorsichtig mit diesem Thema umgehen, ist die Entwicklung im High-Street-Bereich längst deutlich sichtbarer. Verzierte Jeans, auffällige Waschungen, Destroyed-Details und aufwendigere Denim-Looks finden sich bereits bei vielen großen Modeketten. Die Nachfrage scheint also da zu sein – und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir Denim in den kommenden Saisons noch deutlich experimenteller erleben werden. Noch ist Jeans damit kein großer, dominierender Runway-Trend für Herbst/Winter 2026/27. Aber sie könnte gerade einen kleinen Wandel durchmachen: weg von der reinen Basics-Kategorie und hin zu einem Kleidungsstück, das wieder mehr Persönlichkeit, Dekoration und Fashion-Attitude zeigen darf. Und vielleicht müssen wir auf diesen Trend gar nicht erst warten. Die Jeans ist schließlich längst da. Sie bekommt nur gerade ein kleines Upgrade.






























